NGZ-Online vom 9. Januar 2012
Großer Oratorienabend in der Klosterbasilika
Dormagen (NGZ). Ein paar ungewohnte Kunstgriffe machten das "Weihnachtsoratorium" von Johann Sebastian Bach anlässlich der Wiedergabe durch den Krefelder "Schönhausen-Chor" in der geschmackvoll ausgeleuchteten Basilika Knechtsteden zu etwas Besonderem.
Leiter Joachim Neugart hatte mit seinen Choristen – der ersten Woche des neuen Jahres entsprechend – die Kantaten 4-6 (Beschneidung des Herrn, Sonntag nach Neujahr und Epiphanias beinhaltend) einstudiert, zu Beginn erklangen aus der ersten Kantate der festliche Eingangschor "Jauchzet, frohlocket" und die Alt-Arie "Bereite Dich, Zion".
Zwischen den Kantaten vier und fünf gestalteten die Choristen, nun im hinteren Teil der Kirche postiert, Motetten des 1943 geborenen amerikanischen Komponisten Morten Lauridsen, die trotz modernerer Tonsprache einen idealen Kontrast bildeten. Und nach dem begeisterten Schlussapplaus bat Neugart, den Choral "Ich steh' an Deiner Krippen hier" mitzusingen, wozu sich das Publikum im ganz gefüllten Gotteshaus nicht lange bitten ließ.
Der umsichtig agierende und überlegen die Musik formende Dirigent, Kantor am Neusser Quirinusmünster, legte das Werk klar artikuliert, in meist zügiger Temponahme und historisch informiert an. Kompetente Mitstreiter waren sowohl die rund 60 Sängerinnen und Sängern des Schönhausen- Chores, die sich ihrer dankbaren Aufgaben mit homogener, gut durchhörbarer Klangpracht und sorgfältiger Diktion entledigten, als auch das Rheinischen Oratorienorchester.
Alle Instrumentengruppen und Solobeiträge überzeugten – wenn auch die perfekten Trompeten besonders glänzten. Die vier Solisten –Sabine Schneider, Sopran; Elvira Bill, Alt; Andreas Post, Tenor und Achim Hoffmann, Bass – nahmen rückhaltlos für sich ein. Sie bestachen allesamt durch die Schönheit ihrer bruchlos geführten Stimmen und beispielhafte Stilsicherheit. Ein bemerkenswerter Oratorienabend!

Rheinische Post vom 8.11.2010
Chorsinfonisches Konzert
Samstag, 06.11.2010, 20 UhrFriedenskirche, Krefeld
Der Schönhausen-Chor Krefeld lädt zu seinem nächsten Konzert in die Friedenskirche ein. Diesmal stehen Werke mit zum Teil großem Orchester und Solisten auf dem Programm.
Der Kontrast könnte größer kaum sein: Die aus der Kraft nach innen lebende Darstellung des Heilsgeschehens im „Lux Aeterna“ des US-Amerikaners Morten Lauridsen (Uraufführung 1997 in Los Angeles) und die Schilderung des persönlichen Leidens der Maria in der extrem extrovertierten Musik des „Stabat Mater“ von Giaochino Rossini (UA 1842).
Lauridsen gehört in Amerika zu den am häufigsten aufgeführten zeitgenössischen Komponisten. Zwei Aufnahmen seiner Chorwerke wurden bereits mit dem begehrten „Grammy“ ausgezeichnet. Rossini war der international gefeierte Star der Opernszene in der Mitte des 19. Jahrhunderts und hatte sich mit 37 Jahren als Opernkomponist zur Ruhe gesetzt, um dann wenige Jahre später in Paris einen triumphalen Erfolg mit der Uraufführung seines „Stabat Mater“ zu feiern.
![]() |
| Sabine Schneider |
Karten zum Preis von 19 € (Kat. I) und 17 € (Kat. II) gibt es bei den bekannten Vorverkaufsstellen, den Chormitgliedern oder über www.schoenhausenchor.de . Für Schüler und Studenten ist der Eintritt frei.

Westdeutsche Zeitung vom 10. Mai 2010
Schönhausen-Chor: Lob Gottes in drei Sprachen
Bei einer Reise nach England im vergangenen Jahr hatte der Chor die Vielfalt der dortigen Kirchenmusik näher kennengelernt und sich Anregungen für das eigene Konzertprogramm geholt. So gab es als Auftakt zwei Vertonungen des 150. Psalms.
Der gleiche Psalm erklang mal lebhaft und mal feierlich
Während die Version des zeitgenössischen Komponisten Bob Chilcott sehr lebhaft und rhythmisch gestaltet ist, greift die Fassung aus dem 19. Jahrhundert von Charles Villiers Stanford die traditionelle Form des feierlichen liturgischen Psalmengesangs auf.
Auch den Psalm 100 „Jauchzet dem Herrn, alle Welt!“ bekam das Publikum in zwei Sprachen und Kompositionen zu hören. Neben der Fassung von Stanford, dem „englischen Brahms“, erklang der Lobpreis auf Deutsch von Mendelssohn-Bartholdy.
Speziell für den „Evening Service“, wie in der anglikanischen Kirche der Abendgottesdienst genannt wird, vertonte Stanford ein wunderschönes „Magnificat“, das der Chor im Ausdruck besonders differenziert gestaltete. Durch unterschiedliche Aufstellung der Sängerinnen und Sänger erzielte Chorleiter![]() |
| Hee Ju Lee |
Wie durch eine entsprechende Aufstellung auch der Inhalt eines Stücks betont werden kann, zeigte sich bei einer zeitgenössischen Vertonung des „Pater noster“ von Max Baumann. Der Chor stellte sich um die Zuhörer herum, hob so die Bedeutung des gemeinsamen Gebets hervor. Ein erfrischendes Hörerlebnis war auch eine kleine, sehr rhythmische Improvisation.
Das abwechslungsreiche Programm wurde durch das virtuose Orgelspiel der koreanischen Musikerin Hee Ju Lee bereichert. Sie erwies sich nicht nur als einfühlsame Begleitung, sondern zeigte auch mit Solostücken ihr Können. Ein jazziges jubelndes „Gloria“ aus der „Mass of Children“ von John Rutter beschloss das Konzert, das die Vielfalt des kirchenmusikalischen Abendlobs auf hohem Niveau vorstellte.
Praise the Lord!
Psalmen 100 und 150 – Abendlob
Dieses Konzert stellt in Anlehnung an das Abendlob der Anglikanischen Kirche zunächst Vertonungen der Psalmen 100 und 150 von Bob Chilcott, Charles Villiers Standford und Felix Mendelssohn-Bartholdy vor. Höhepunkt eines jeden „Evening Services“ ist jedoch das „Magnificat“, hier wiederum exemplarisch vorgestellt in einer mächtigen Komposition von Charles Stanford, der Ende des 19. Jahrhunderts als Organist und Chorleiter in Cambridge wirkte.
Konzert am 16. Mai 2009 in St. Gertrudis, Krefeld-Bockum
Schönhausen-Chor gibt Joseph Haydn die Ehre
Für die Sängerinnen und Sänger des Schönhausen-Chores gab es nach der Rückkehr von der erfolgreichen Konzertreise nach England keine Pause: Denn anlässlich des 200. Todestages von Joseph Haydn sang der Chor mit großem Erfolg die letzte und kühnste seiner großen Messen, die „Harmoniemesse“. Diese Messe wird in Haydns Werkverzeichnis als sein letzes großes Werk geführt - entstanden 1802, sieben Jahre nach Abschluss seines Sinfonie-Schaffens und noch nach den großen Oratorien. Fachleuten sehen sie deshalb auch als Gipfel und Resümee von Haydns Kompositionskunst als Sinfoniker und als Schöpfer von Vokalwerken an. Ihre Besonderheit zeigt sich nicht nur in dem für die damalige Zeit großen Orchester mit voller Bläserbesetzung, die der Messe auch ihren Namen gab. Auch in ihrer kühnen Harmonik und Formsprache weist sie über alles bis dahin Bekannte hinaus.
NRW-Erstaufführung von Thomas Blomenkamp als Kontrast
![]() |
| Joachim Neugart und Thomas Blomenkamp |
Wie immer hatte der Schönhausen-Chor ausgesuchte Gesangssolisten verpflichtet: Sabine Schneider, Angela Froemer, Lothar Blum und Achim Hoffmann wirkten bei der Haydn-Messe mit. Es spielte das Neusser Kammerorchester unter der umsichtigen Gesamtleitung von Joachim Neugart.
Rheinische Post vom 18.05.2009
| Schönhausenchor vereint Blomenkamp und Haydn |
|||
| VON MOJO MENDIOLA |
|||
| Unter den Chorfenstern von Gustav Fünders in St. Gertrudis nahm der Schönhausen-Chor Aufstellung, um im Jahr des 150. Geburtstags der Kirche zwei Messen zu singen. Zum Auftakt gab man die Missa Brevis, die Thomas BIomenkamp erst letztes Jahr geschrieben hatte - für vierstimmigen Chor und ein Bläserquintett. Dabei ist ihm eine Komposition gelungen, die durch strahlende Helligkeit besticht und hier so auch umgesetzt wurde. Indem man die Instrumente wie Stimmen und die Stimmen wie Instrumente führte, erreichte man einen Zusammenklang von bemerkenswerter Schönheit und Eindringlichkeit. Die teilweise recht langen Phrasen überwiegend in hohen Lagen zu singen, dürfte eine besondere Herausforderung füir die Schönhauser gewesen sein und geriet im Sanctus auch in die Nähe des Schrillen, wurde aber im Agnus Dei von unten wieder solide aufgefangen und gestützt, so dass am Ende ein überwältigender Eindruck blieb. Nach der Umbaupause führte man gemeinsam mit dem Neusser Kammerorchester Joseph Haydns Missa B-Dur auf. Und auch dieses zeitweise geschmähte und selten gespielte Werk ist von solcher Freude durchdrungen, dass BIomenkamps Stück sich als ideale Einstimmung fur die so genannte Harmoniemesse erwies. Haydns großes Spätwerk bot einiges an Ungewohntem. So kamen den Solostimmen hier keine langen |
Ein Zusammenklang von
bemerkenswerter Schönheit und Eindringlichkeit EinzeIauftritte zu, denn der Komponist hatte auf die Wirkung der unterschiedlichen Kombinationsmöglichkeiten von zwei, drei und vier Stimmen gesetzt. Sabine Schneider (Sopran), die in Krefelder Kirchen bestens bekannte Angela Froemer (Alt), Lothar Blum [Tenor) und Achim Hoffmann (Bass) konnten vorzüglich damit umgehen und harmonierten in jeder Hinsicht glänzend. Zu nahtloser Verschmelzung brachte Dirigent Joachim Neugart auch seinen Chor und das Orchester. Meisterlich verdichtete der vereinte Klangkörper die Elemente aus Romantik und Barock und die gelegentlich heftigen Wechsel von Ruhe und Temperament zu einem akzentuierten, aber bruchlosen Fließen religiöser Freude. Geradezu grandios gelang das ungestüme und beschwingte Benediktus, in dem sich Haydn einen für seine Zeit unsakralen Freudentaumel gegönnt hatte, der dem heutigen Hörer zum Glück nicht mehr so unpassend, sondern eher ansteckend erscheint. So konnte man im Publikum sehr viele Füße im Takt wippen sehen. Und nach einem gemessenen Agnus Dei und einer hymnischen Abschlussbitte um Frieden wollte der Applaus dann auch minutenlang kein Ende nehmen. |
||

Schönhausen-Chor auf Konzertreise in England
![]() Lord Mayor Manjula Sood und
Gabriele Schulten |
Evensong in der Norwich Cathedral
Konzert in mittelalterlicher Klosterkirche von Binham Priory







